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DIMOS: Digitales Identitätsmanagement und Ökosystementwicklung

10/30/2026

Warum Anlagen digitale Identitäten brauchen

Das Energiesystem befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel. Photovoltaikanlagen, Batteriespeicher, Wärmepumpen, Ladepunkte für Elektrofahrzeuge und intelligente Messsysteme werden in den kommenden Jahren in großer Zahl miteinander interagieren. Damit diese Akteure effizient zusammenarbeiten können, müssen Informationen sicher ausgetauscht und technische Eigenschaften zuverlässig nachgewiesen werden können.

Während Menschen und Unternehmen bereits etablierte Verfahren zur digitalen Identifikation nutzen, fehlt für technische Anlagen bislang eine vergleichbare Infrastruktur. Die Folge sind Medienbrüche, manuelle Dateneingaben, redundante Prüfungen und eingeschränkte Möglichkeiten zur Automatisierung. Genau hier setzt DIMOS an: Ziel ist eine Vertrauensarchitektur, die digitale Maschinenidentitäten ermöglicht und dadurch die Grundlage für eine sichere und interoperable digitale Energiewelt schafft.

Was eine Maschinenidentität leistet

Digitale Maschinenidentitäten lassen sich als digitale Ausweise für technische Anlagen verstehen. Sie ermöglichen die eindeutige Identifikation einer Maschine sowie die verifizierbare Bereitstellung relevanter Informationen, beispielsweise zu Betreiber, Standort, technischen Eigenschaften oder Berechtigungen.

Dadurch können Anlagen automatisiert miteinander kommunizieren und an digitalen Prozessen teilnehmen. Die Anwendungsbereiche reichen vom Anlagen-Onboarding über den Datenaustausch in Datenräumen bis zur netzdienlichen Steuerung von Flexibilität. Damit schaffen Maschinenidentitäten eine wichtige Voraussetzung für die Skalierbarkeit und Digitalisierung des Energiesystems.

Von DIVE zu DIMOS

DIMOS baut auf den Ergebnissen des Vorgängerprojekts DIVE auf, "Digitale Identitäten als Vertrauensanker im Energiesystem". Dort konnte gezeigt werden, dass digitale Maschinenidentitäten technisch umsetzbar sind und einen erheblichen Mehrwert für energiewirtschaftliche Prozesse bieten.

Mit DIMOS wird der nächste Schritt gegangen: Der Fokus liegt nicht mehr auf der technischen Machbarkeit, sondern auf der Entwicklung eines breit anschlussfähigen Identitätsökosystems für die Praxis. Dazu werden bestehende Lösungsansätze analysiert, Anforderungen aus der Branche erhoben und konkrete Anwendungsfälle betrachtet. Das Ergebnis soll ein belastbarer Handlungsrahmen sein, der technische, regulatorische und organisatorische Aspekte gleichermaßen berücksichtigt.

Die Rolle der FfE

Die FfE bringt ihre energiewirtschaftliche Expertise in die wissenschaftliche Begleitung des Projekts ein. Gemeinsam mit den Projektpartnern werden Anforderungen aus der Praxis systematisch erhoben, Stakeholder eingebunden und potenzielle Anwendungsfälle analysiert. Ziel ist es, technische Konzepte eng mit den Bedürfnissen von Netzbetreibern, Messstellenbetreibern, Anlagenbetreibern, Herstellern und weiteren Marktakteuren zu verzahnen.

Für technische Anlagen fehlt bislang das, was für Menschen und Unternehmen längst selbstverständlich ist: ein verlässlicher digitaler Ausweis.

Andreas Bruckmeier, M.Sc., Expert Research Software Engineer

Fünf Fragen an die Branche

Die Entwicklung einer Vertrauensarchitektur kann nur gelingen, wenn die relevanten Akteure des Energiesystems aktiv eingebunden werden. Deshalb setzt DIMOS auf einen kontinuierlichen Stakeholder-Dialog. Unternehmen, Verbände, Behörden und weitere Marktteilnehmer bringen ihre Anforderungen, Erfahrungen und Perspektiven in das Projekt ein.

Gemeinsam werden zentrale Fragestellungen untersucht:

  • Welche Rollen und Verantwortlichkeiten sind für ein Identitätsökosystem notwendig?

  • Wie entsteht Vertrauen zwischen den beteiligten Akteuren?

  • Welche regulatorischen Rahmenbedingungen müssen berücksichtigt werden?

  • Wie können bestehende Infrastrukturen und Standards integriert werden?

  • Welche Anwendungsfälle bieten den größten Nutzen für die Energiewirtschaft?

Ausblick

Digitale Maschinenidentitäten könnten in den kommenden Jahren zu einer grundlegenden Infrastruktur der Energiewende werden. Sie ermöglichen eine sichere Identifikation von Anlagen, reduzieren manuelle Prozessschritte und schaffen die Grundlage für automatisierte Maschine-zu-Maschine-Kommunikation. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag für ein digitales, effizientes und resilientes Energiesystem.

Mit DIMOS wird nun ein wichtiger Schritt unternommen, um aus technologischen Möglichkeiten konkrete Lösungen für die Praxis zu entwickeln.

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